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Wegen der aktuellen Corona-Pandemie hat der Vorstand der Ulmer Kanorei schweren Herzens aus Verantwortung gegenüber den Konzertbesucherinnen und -besuchern sowie den Mitwirkenden entschieden, das Konzert Graun: Der Tod Jesu abzusagen. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.

 

 

Carl Heinrich Graun: Der Tod Jesu

Der vermutlich 1704 in Wahrenbrück (Lausitz) geborene Carl Heinrich Graun, begabter Sänger, Cellist und Komponist, hat Opern komponiert, Geburtstagsserenaden, Konzertkantaten und geistliche Werke. Sein Hauptwerk Der Tod Jesu, 1755 im Berliner Dom uraufgeführt, wurde von der 1791 gegründeten Sing-Akademie zu Berlin jahrzehntelang als Karfreitagsmusik aufgeführt, geriet aber schließlich in Vergessenheit.

Das Libretto zu Der Tod Jesu stammt von Carl Wilhelm Ramler (1725-1798). Außer Graun haben auch andere namhafte Komponisten diesen Text vertont. Als Dichter der literarischen Aufklärung rückt Ramler Christus als Menschen in den Mittelpunkt. Die Botschaft der Passion wird zu einem Gefühlsereignis, das der Hörer nacherleben soll.

Die Tragödie der Leidensgeschichte wird nicht dramatisch vertieft, Ramler verzichtet auf die aus den Passionen Bachs geläufigen Evangelisten als Erzähler und lässt statt dessen in den Rezitativen einen emotional stark beteiligten Betrachter auftreten, der das Leiden Jesu stellvertretend für die Hörer erlebt.

Graun zählt neben Johann Adolf Hasse und Georg Philipp Telemann zu den renommiertesten deutschen Komponisten seiner Zeit. Mit Der Tod Jesu schafft er eine Neudefinition der Gattung Passion ("lyrisches Oratorium"). Ein Zeitgenosse Grauns, der Musikschriftsteller Johann Adolf Scheibe, würdigt im Werk von Carl Heinrich Graun die "fortschrittliche Verbindung von Sanglichkeit, eleganter Harmonik und fundiertem Kontrapunkt".

Die Ulmer Kantorei freut sich, Ihnen dieses immer noch selten aufgeführte, aber absolut hörenswerte Werk zu präsentieren!

Irmgard Lorenz